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Slackline Artikel - Balance-Kick: drei Zentimeter vorm Abgru

Verfasst: 05.01.2012, 19:43
von Sky
hier ein netter Artikel aus dem Berliner Kurier:
Nur drei Zentimeter trennen den "Slacker" von dem Abgrund: So schmal ist das Gurtband, auf dem sich die Anhänger des Trend-Hobbys "Slacklinen" über Hänge, Meeres-Kliffs und Wiesen bewegen.

So außergewöhnlich es scheint, die Faszination dieses Hobbys beruht auf etwas ganz Alltäglichem: unserem Gleichgewichtssinn. Den Slackern reicht es nicht, ein Hoch- oder Tanzseil straff aufzuspannen: das Gurtband gibt unter er Last der Slacker nach. Das macht das Ganze zu einer noch wackeligeren Angelegenheit.

Wer seine ersten Versuche im Slacklinen macht, wird schnell feststellen, dass man auf dem dünnen Gurtband das Laufen völlig neu lernen muss. Ohne fremde Hilfe schafft anfangs fast niemand, darauf zu stehen. Eine stützende Hand hilft einem dabei enorm. Hat man nach einiger Zeit einen sicheren Stand, versucht man zu laufen und setzt vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Am Anfang fällt man in der Regel nach zwei bis drei Schritten wieder runter. Zum Glück befindet sich die Slackline dabei nur in einer Höhe von etwa 50 cm.

Die Unbeholfenheit der Slacklinen-Anfänger ist keine Schande, sondern völlig normal, handelt es sich beim Balancieren doch um eine äußerst komplexe Angelegenheit. Für den Gleichgewichtssinn sind das Innenohr und das Kleinhirn verantwortlich, hinzu kommt die visuelle Wahrnehmung, also das Aufnehmen, Erkennen und Interpretieren von optischen Informationen. Doch damit nicht genug: Zahlreiche Muskeln müssen perfekt zusammenspielen, damit wir in der Lage sind unser Gleichgewicht zu halten. Wer das Slacklinen also mal ausprobiert, der braucht sich über einen Muskelkater am nächsten Tag überhaupt nicht wundern.

Wie bei jedem anderen Hobby gilt auch beim Slacklinen: Übung macht den Meister! Sobald man sicher auf der Slackline stehen und laufen kann, entfaltet dieses Hobby erst seinen ganzen Reiz. Geübte Slacker – so nennt man die Gurtband-Artisten – beherrschen vielerlei Tricks, von Drehungen über Sprünge bis hin zu Salti und die Kombination des Ganzen.

Daneben gibt es noch einen weiteren Punkt, der Slacklinen für seine Anhänger so reizvoll macht. Eine Slackline lässt sich nahezu überall spannen und desto ausgefallener die Location desto größer der Kick. Ob in luftigen Höhen, über einem See oder in völlig abgedunkelten Räumen, Slacklinen lässt viel Raum für Kreativität. Natürlich muss man die Art zu slacklinen von seinem Können abhängig machen und sich gegebenenfalls zusätzlich absichern – safety first!

Wer Lust hat, das Slacklinen einmal selbst auszuprobieren, der findet im Sommer in der Parks der Hauptstadt fast immer ein paar Leute die eine Slackline gespannt haben und Neugierige gern probieren lassen. Slackline-Sets für Einsteiger sind aber auch bereits für unter 50 Euro zu bekommen. Na dann viel Spaß und Happy Slacking!
Quelle: http://www.berliner-kurier.de/living/tr ... 85936.html